hümmeke Blog

Unternehmertum in Deutschland wird abgewürgt.

Unternehmertum in Deutschland wird abgewürgt.

Nach der Reform des Gründungszuschusses ebbt das Interesse an Gründungen massiv ab. Das ist nicht nur in Zahlen belegbar, sondern auch spürbar.

Im April 2012 titelt das Handelsblatt „Unternehmer Gesucht! Noch nie seit der deutschen Einheit war das Interesse an der Selbstständigkeit geringer als heute…“ und trifft damit den Nagel auf den Kopf.

Viele Kollegen (ich auch) führen dies auf die Novelle des Gründungszuschusses zurück. Sicher war eine der berechtigten Kritiken an dem Gründungszuschuss, dass es einige Trittbrettfahrer gab. Aber es muss auch deutlich gesagt werden, dass sehr viele Unternehmen (vielleicht auch dank dem Gründungszuschuss) erfolgreich geworden sind. Auch Hümmeke wurde in 2002 mit der Vorgängerförderung gegründet.

Zwei Probleme sehe ich im Wesentlichen bei der Vergabe der kläglichen Restbudgets für den Gründungszuschuss:

1. Man sollte meinen, dass vor allem die Kompetenzen und Fähigen gründen sollen. Die Arbeitsagenturen berufen sich aber auf einen „Vermittlungsvorrang“. Wer also die einigermaßen plausible Chance auf eine sozialversicherungspflichtige Stelle hat, bekommt ihn nicht. Viele der Gründer werden aussortiert und es wird ihnen dadurch schwerer gemacht.

2. Ist die erste Hürde genommen, muss man nun noch von der Tragfähigkeit der Gründung überzeugen. Das machen dann die Arbeitsagenturen meist in Verbindung mit der IHK. Doch sind diese Stellen wirklich qualifiziert darüber nach zwei, drei Stunden Gespräch zu richten? Dabei gebe ich zu Bedenken, dass selbst Experten bei eigenen Investments nicht wirklich eine sichere Tragfähigkeitsprognose abgeben können. (Sonst wäre nicht nur ein geringer Prozentsatz von Venture Capital und Business Angel-finanzierten Unternehmen erfolgreich werden.)

Ich befürchte, dass viele erfolgsversprechende Unternehmensgründungen es sehr viel schwerer haben werden.

Kommentare

Aus Ihren Zielen machen wir Erfolge!
Aus Ihren Zielen machen wir Erfolge.